Über 2 Bücher, eine Doku, Taylor Swift und Wut die mutig macht
Ich war immer schon neugierig. Auch war ich immer (oder meistens) an vorderster Front, wenn es um weltbekannte Popkultur-Phänomene ging. Nur auf diesen Taylor Swift Zug bin ich irgendwie nie aufgesprungen. Ich ahne auch, woran das liegen könnte. Sagen wir es mal so, Taylor und ich waren einfach noch nicht bereit uns zu begegnen. Bis jetzt.
In den letzten Monaten waren sämtliche Medien so krass überlaufen von Swifties und Taylors Konzerten, dass meine Neugier unerträglich wurde und ich dringend WISSEN wollte, nein musste, wer diese Frau ist und was sie so besonders macht. Kleiner Spoiler vorab: Ich weiß jetzt, wer sie ist und ich find’ sie gut.
They aren't gonna help us
Too busy helping themselves
They aren't gonna change this
We gotta do it ourselves
They think that it's over But it's just begun
They aren't gonna help us Too busy helping themselves They aren't gonna change this We gotta do it ourselves They think that it's over But it's just begun
Only one thing can save us
Only the young
Only the young
Only the young
Only the young …
Anne Sauer – Look What She Made Us Do: Über Taylor Swift
Der erste Schritt zur Weiterbildung war das Buch von Anne Sauer über Taylor Swift „Look what she made us do“. Kurz und bündig hat Anne so ziemlich alles zusammengefasst, was man über Taylor wissen sollte. In 13 Kapiteln, weil 13 Taylors Lieblingszahl ist. Am Ende des Buches schreibt Anne: »Dieses Buch war meine Einladung, sich mit mir Hals über Kopf in den wilden Swiftie-Kosmos zu stürzen und Taylor vielleicht von neuen Seiten zu betrachten. Wenn dieser Text erscheint, schreibe ich schon an meiner nächsten Geschichte. Aber vielleicht ist mein Ende hier ja der Anfang einer neuen, eurer eigenen Lovestory mit Taylor Swift.« Ja Anne … ich denke, du hast mich tatsächlich dazu inspiriert, Taylor mal aus nächster Nähe zu betrachten, und darüber bin ich ehrlich gesagt sehr froh. Im Buch erzählt Anne übrigens auch kleine Details aus ihrem Leben und wie die Liebe zu Taylor Swift sie quasi ihr Leben lang begleitet hat. Zu den wichtigen Falten kommt also ein persönlicher Touch. Perfekt!
Sorry not Sorry von Anika Landsteiner
Das 2te Buch ist nicht über Taylor Swift und hängt irgendwie trotzdem mit ihr zusammen. Für mich zumindest. Lasst es mich erklären. Dieses Buch behandelt detailliert das Thema weibliche Scham. Ich habe zufällig, während ich mich über Taylor Swift weitergebildet habe, das Buch „Sorry not Sorry“ von Anika Landsteiner gelesen und komme nun nicht umhin das Miteinander zu verbinden, wie es sich nun mal in meinem Kopf wohl für immer verbunden hat.
Dieses Buch ist ein Appell sich als Frau nicht mehr zu schämen und der Wut mehr Raum zu geben. »Gegen das System muss angeschrien werden. Nichts verleiht mehr Kraft als Wut, die zur richtigen Zeit gezündet wird. Sie sprengt alle Grenzen, die es nie hätte geben sollen.« Schreibt die Autorin zum Schluss. Eine der vielen Überschriften ihrer Essays ist: Die Scham ist ein Werkzeug patriarchaler Unterdrückung.
Anika schreibt in ihrem Buch über Endometriose, über das Älterwerden als Frau, über Reality-TV, Schwangerschaft und Abtreibung, und vor allem über weiblichen Selbstwert und männliche Grenzüberschreitungen! Das allumfassende Gefühl, das all diese Themen miteinander verbindet, ist eben diese (weibliche) Scham und wie sie weiblich geschriebene Personen ein Leben lang ausbremst, verunsichert, beleidigt, verletzt, entblößt und klein hält.
Was ich erst jetzt sehe, als ich das Buch nochmal durchblättere, auf der Suche nach guten Zitaten für diesen Text … die Widmung … die Autorin widmet das Buch: Dem Geist, Taylor Swift und Miss Womanizer
Miss Americana – Taylor Swift Doku (2020 – Netflix)
Nach dem Buch von Anne musste ich natürlich die Doku sehen. Und was soll ich sagen, mir kamen während dieser 1,5 Stunden unerwartet oft die Tränen. Ich war gerührt von der Entwicklung die diese Frau durchgemacht hat. Wie aus einem Mädchen aus den Südstaaten Amerikas, die immer nur wusste, dass sie ein „good girl“ zu sein hat – niemals aussprechen was man denkt, nichts tun was sich nicht gehört – eine starke Frau wurde, die sehr wohl ausspricht was manch einer nicht von ihr hören will und die TUT WAS SIE WILL!
Nun kommt die Verbindung. Das Buch das Anika geschrieben hat, kann man tatsächlich sehr gut am Beispiel von Taylor Swift erklären. Taylor war das was die Scham (als Werkzeug patriarchaler Unterdrückung) von ihr verlangt und erwartet hat, bis sie nicht mehr konnte und wütend wurde. Genau worauf Anika in ihrem Buch appelliert. Liebe weiblich gelesenen Personen, werdet lieber WÜTEND statt euch zu schämen. Schreit eure Meinung in die Welt hinaus. Seid mehr wie Taylor Swift und tut das was ihr wollt und nicht das was das Patriarchat euch angelernt hat zu tun.
Mir ist natürlich klar, dass ich hier von einer sehr privilegierten Warte aus meine Ansprache halte, und nicht jede Person auf dieser Welt die Möglichkeit hat überhaupt gehört zu werden. Aber mir ist es immer ein Anliegen denen die gehört werden nahezulegen dieses Privileg auch zu nutzen, um denen die keine Stimme haben eine zu geben! JEDER einzelnen von uns kann die Welt verändern!
Mein Filmtip der Woche
Ich hatte so so oft Tränen in den Augen bei der Doku, vor Freude, vor Trauer, vor Mitgefühl und vor Stolz. Ist schon ne Gute die Taylor.
Miss Americana
Mein Serientipp der Woche
OMG! Auch hier ständig Tränen. Wundervolle Serie. Leider zu kurz, zu früh abgesetzt. Hach, schade
Fleabag
Meine Buchtipps der Woche
Siehe oben … falls ich da oben noch keine Empfehlung ausgesprochen habe, dann hier …
Sorry not Sorry von Anika Landsteiner und Look What She Made Us Do: Über Taylor Swift von Anne Sauer
Ach ja und die beiden Bücher von Freida McFadden. Noch nie in meinem Leben war ich so gefesselt von einem Buch!