35 Tage Schreib-Challenge – 1. Schreibe die Geschichte über deinen Namen

Ich schreibe all diese Texte für die, deren Schreiben ich geliebt habe und die aufgehört haben zu schreiben. Wenn ihr die Gabe habt, Gefühle und Gedanken so zu Papier zu bringen, dass sie jemand anderen irgendwie, irgendwo treffen, ist es doch Grund genug, weiterzuschreiben. Ich hatte diese Phase, nun ist sie überwunden und ich habe mich dagegen entschieden, das Schreiben sein zu lassen. 

Ich fange jetzt erst richtig an. 

Eine Challenge soll dabei helfen, die Inspiration am Leben zu halten. Punkt eins auf der Liste: »Schreibe die Geschichte über deinen Namen«. 

GORANA. 

GORANA. 

 
 

Da kann man auch schon einen Migrationshintergrund erahnen.

Apropos Migrationshintergrund, darüber würde ich gerne mehr schreiben, denke mir aber oft, das haben schon so viele gemacht und so gut … Saša Stanišić zum Beispiel mit seiner »Herkunft«. Das Buch erzählt so ziemlich die Geschichte, die ich erlebt habe. Diese Geschichte, die jeder kennt, über den Jugoslawienkrieg und seine Flüchtlinge, hat großen Einfluss auf meine Antwort auf die Frage, woher dieser »exotische« Name kommt. Am liebsten würde ich aus Jugoslawien sagen. Es ist nur so, dass es dieses Land so nicht mehr gibt, weshalb ich aus ehemaligem Jugoslawien antworte. Aus welchem der neuen Staaten genau, ist mir und für die Herkunft des Namens nicht wichtig, denn dieser, mein Name, kommt in ihnen allen vor.

Soviel zur Herkunft des Namens, aber das macht ja diese Geschichte nicht zu einer Geschichte. Warum meine Eltern sich gerade für diesen Namen entschieden haben, darf auch erzählt werden, schließlich ist er auch in Jugoslawien nicht sehr verbreitet. Gordana mit »d« ja, sehr sogar und auch das männliche Pendant Goran ist nicht außergewöhnlich. Warum also Goran mit a bzw. Gordana ohne d?

Meiner Mama hätte der Name Martina, wenn ich ein Mädchen werde, und Goran sollte ich ein Junge sein, gefallen. Sie hatte das allerdings nicht mit meinem Vater besprochen. Sie schlug also, als ich dann da war, den Namen Martina vor. Papa war richtig entsetzt, auf keinen Fall würde seine Tochter so heißen. In seinem Dorf gab es nämlich, als er ein Kind war, einen »verrückten« namens Martin, den jeder kannte und vor dem alle Kinder Angst hatten. (Über den gibt es auch ein paar grandiose Geschichten, die ich euch bei Gelegenheit mal erzählen könnte). Was nun, dachten sie sich. Eine Alternative hatten sie sich nicht überlegt, aber hey, warum nicht an Goran noch ein a dranhängen? Wenn das mal nicht einfach und genial ist.

Ich habe meinen Namen lange Zeit verflucht. Hat man mir damals in Jugoslawien immer das »d« hineingepfuscht und hier in Österreich spricht man ihn mit einem langen Goraaaaana aus … woran ich mich lange Zeit nicht gewöhnen konnte. Ich habe mir oft gewünscht, Martina zu heißen, statt den Namen zu lieben, den ich nun mal habe, denn er ist sehr selten, fast so einzigartig wie ich nun mal bin.

Mittlerweile bin ich damit sowas von im Reinen. Und mit dem Guiboud-Ribaud von meinem Mann bin ich seit 2014 Namenstechnisch sowieso irgendwie sehr angekommen. 

 
 

Mein Serientipp der Woche

OMG Leute … ich habe erst 2 Folgen gesehen, aber diese (Mini) Serie ist SOOO unfassbar gut! Schaut die!

Eric

Mein Buchtipp der Woche

Eine umfassende Review brütet schon in mir vor sich hin. Ich hoffe, ich bringe sie noch auf die Welt, bevor ich vergessen habe, was ich schreiben wollte und ich mich längst dem nächsten literarischen Werk gewidmet habe.

Yellowface von von Rebecca F. Kuang

Mein Online-Tipp der Woche

Immer wieder neue Plattformen braucht die Welt. Diesmal ist es Cara | Artist Social & Portfolio Platform. Ich (wir alle) finde (n) sie sehr erfrischend, weil sie so ist wie Instagram früher, nur Bilder, keine Videos und Storys und nur Kunst + eine Timeline wie bei Twitter. Sehr vielversprechend … ABER bei mir droht die Gefahr, dass es mir da zu einseitig wird. Wir werden sehen.

cara.app (@goranaguiboud)

Meine Offline-Tipps der Woche

Drinks mit Freunden
Essen gehen
Regenwetter und Couch
Gute Geschichten lesen
Jeden Tag einen Absatz schreiben
Sich Zeit lassen
Sich bei Menschen melden, die man lange nicht gesehen hat